Bevor wir Achtsamkeit definieren, wenden wir uns für einen Moment ihrem Gegenteil zu: der Unachtsamkeit.
Stell dir folgende Fragen – und beantworte sie für dich selbst auf einer Skala von „gar nicht zutreffend“ bis „trifft zu“:
- Ich erledige Aufgaben ganz automatisch, ohne mir bewusst zu sein, was ich tue.
- Mir fällt auf, wie ich jemandem mit einem Ohr zuhöre, während ich zur selben Zeit etwas anderes tue.
- Ich steuere Orte „automatisch“ an und frage ich mich dann, warum ich dorthin gegangen bin.
- Mir fällt auf, wie ich über die Zukunft oder Vergangenheit grübele.
- Mir fällt auf, wie ich Dinge tue, ohne meine Aufmerksamkeit darauf zu richten.
- Ich esse eine Kleinigkeit zwischendurch, ohne mir bewusst zu sein, dass ich esse.
(Items aus dem FFA – Freiburger Fragebogen zur Achtsamkeit)
Was ist Achtsamkeit?
Im Gegensatz dazu steht die Achtsamkeit (auf englisch mindfulness), die Dr. Jon Kabat Zinn folgendermassen definierte:
„Paying attention in a particular way: on purpose, in the present moment and non-judgmentally.“
Jon Kabat Zinn
Achtsamkeit bedeutet, auf eine besondere Art und Weise aufmerksam zu sein:“Absichtsvoll, ohne zu urteilen und von Moment zu Moment.“
Warum Achtsamkeit?
Durch die Übung von Achtsamkeit entsteht:
- ein tieferes Verständnis für sich selbst
- mehr Ruhe und Gelassenheit
- eine freundliche, fürsorgliche Haltung
- die Fähigkeit, weise Entscheidungen zu treffen
Achtsamkeit bedeutet, mit allen Sinnen wach im Leben zu stehen – gut für sich zu sorgen und aus Einsicht zu handeln.
Wie kann man Achtsamkeit lernen?
Diese Fähigkeit lässt sich systematisch trainieren – z. B. in einem MBSR-Kurs (Mindfulness-Based Stress Reduction). Die Übungen, die dabei helfen, sind seit Jahrtausenden bekannt und heute aktueller denn je. Das zeigt sich auch in der wachsenden wissenschaftlichen Forschung und gesellschaftlichen Aufmerksamkeit.
