Koregaon Park

Bei einem nächtlichen Spaziergang durch die breiten Straßen des Koregaon-Parks fallen dem aufmerksamen Beobachter zwei Dinge ins Auge. Zu beiden Seiten des Strassen befinden sich wunderbare, beinahe mystisch anmutende Banyan Bäume, welche bei Tage ein Paradies im Schatten der Sonne erzeugen. Dann folgen die meist Meter hohen Mauern, welche vereinzelt durch breite Einfahrten unterbrochen werden. Dort steht meist ein Wachposten in Uniform. Vereinzelt bekommt man Einblicke in die verborgenen Grundstücke mit ihren alten Villen aus der Kolonialzeit oder Teils aus der Moderne.

Nur sehr reiche Menschen leben hier, unter anderem erklärt mir Peter wissend, dass die FamilieYogi, vor deren Anwesen wir nun stehen, die Hälfte der Allianz-Aktien in Indien hält. Schade, dass sie uns nicht einladen, zu gerne hätte ich einen Eindruck von der Lebensweise der ultra reichen Leute in Indien bekommen. Hier könnte ich mir auch vorstellen zu leben, abseits des üblichen Straßenlärms. Nur vom Staub der Stadt bleiben die feinen Damen und Herren nicht verschont. Der Dreck lässt sich auch auf den feinsten Villen und deren Gärten nieder, wie man an jedem Blatt der Sträucher und Bäume ablesen kann.

Osho, alias Bhagwan hat hier auch gewohnt. Nun kann man im Pilger-Zentrum nächtigen, da es für Touristen zugänglich gemacht wurde. Die einzige Voraussetzung dafür ist ein negativer HIV Test. Angeblich kann man dort gegen teure Rupien die verrücktesten Menschen aus aller Welt kennen lernen, in roten Gewändern rituelle Tänze durchführen und nachdem Guru sich vor allem als Sex- Guru einen Namen machte, vielleicht noch einige Dinge mehr.

Da es bereits Abend ist besuche ich noch mein vegetarisches Lieblings-Restaurant und gönne mir diesmal zwei Hauptspeisen. Um nicht einmal 2 Euro für Speis und Trank werde ich so satt, dass ich nur mehr träge in das Hotel zurückgehen kann. Heute gibt es keine Party, aber von der Terrasse des Hotels kann ich beobachten, wie bereits das nächste Fest vorbereitet wird.